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Theater

Theaterfest war am 4. Juni 2011 um 19.30 Uhr !!!

Wahrheit und Lüge in Einem
Katholische Jugend Türkheim mit nachdenklichem und aktuellem Stück

,,Die Lüge von Hameln” - dieses Theaterstück brachte die Theaterprojektgruppe der JuKa – der katholischen Jugend Türkheim in allen zwei Vorstellungen im Rupert Mayer Pfarrheim in Türkheim mit großen Zuspruch und Begeisterung zur Aufführung.
Der Autor Jörg Scheibe nimmt die beiden mittelalterlichen Sagen, den Auszug der Kinder aus Hameln und die Sage des Rattenfängers, in einer vereinten Form auf. In seiner arabeskenartigen Form, als künstlich geordnete Verwirrung mit der dazugehörigen Ironie, entfaltet sich das Stück in mehreren Ebenen. Zum einen sind dies die Ebenen des Schreibers, der zu Beginn in einer Art Rückschau auf das Kommende die traditionelle Sage des Rattenfängers von Hameln als ,,Lüge, die die Wahrheit sagt“, entlarvt. Als eine Art Metainstanz, die sich in unendlicher Ironie über alles Bedingte erhebt, durchlebt der Stadtschreiber mehrere Generationen und schaltet sich auch immer wieder in die Ebene der Haupthandlung ein, in welcher er beim Bürgermeister seine Schreiberdienste erledigt. Immer wieder verlässt die Figur jedoch die Geschehnisse, reflektiert über das Fortschreiten der Handlung, ironisiert Figuren, das Publikum durch Fragen sogar in das Stück mit ein und bewegt es zum Mitdenken. Die lustige, ironische, schalkhafte Rolle des Schreibers war Teresa Schäffler hervorragend auf den Leib geschrieben. Sie hat entscheidend dazu beigetragen dass das Theaterprojekt der JuKa durch ihr frisches Spiel die dramaturgischen Szenen in den einzelnen Ebenen miteinander verwoben wurden.

Ratten als Vorwand
Zur Haupthandlung: die Freie Stadt Hameln gleicht einer Diktatur. Der Bürgermeister und seine Helfershelfer (in Mimik und Gestik exzellente, hervorragende Karikaturen: Christoph Mayer, Simon Landherr, Arthur Kammerlander, Bettina Haug, Anna Hartmann) unterdrücken die Stadt mit unsinnigen Gesetzen, die eigentlich nur auf Profit ausgerichtet sind. Der Anlass für die Einschränkung der Menschenrechte ist die Angst vor den Ratten, einer in der Stadt verbotenen und geächteten Spezies, wobei die Ratten weniger als schmutzige, krankheitserregende Tiere, sondern als Symbol für unterdrückte Minderheiten, für Menschlichkeit und im engeren Sinne für die Poesie im Menschen zu verstehen sind. Hausdurchsuchungen (von den vier Soldaten Florian Wexel, Dominik Sing, Sebastian Schorer, Johannes Rummel eindrucksvoll gespielt), Verurteilungen und Ächtungen quälen die einfachen Bürger, die aus Angst vor der Obrigkeit schweigen. Erst als der Rattenkönig mit seinen Untertanen in die Stadt kommt, die Kinder sich als offene, noch entfaltungsfähige Menschen mit den Ratten anfreunden, und die magische Melodie des Königs auch die Erwachsenen verzaubert ist die Stadt für kurze Zeit wirklich frei und lehnt sich gegen die Obrigkeit auf.

Die Rettung
Der Rattenkönig (klasse gespielt in einer stummen Rolle: Clara Ledermann) hält den Bürgern durch seine Anwesenheit den Spiegel vor. Doch dies ist nur von kurzer Dauer. Der König wird verhaftet und in einem fingierten Prozess zum Tode verurteilt. Nur die Kinder begehren dagegen auf. Erst als der Sohn des Müllers, der eine Liebesbeziehung zur Tochter des Bürgermeisters hat (für das Alter der Darsteller eine erstaunliche lntensivität: Lena Weber und Sarah Hein), als Kollaborateur ebenfalls verurteilt wird und den König im Namen der Liebe um Hilfe bittet, rettet der gefolterte Rattenkönig die Kinder. Die Stadt bleibt brennend und ohne Zukunft zurück.

Anspielungen
Das Stück verbindet Gesellschaftskritik, Obrigkeitskritik, Geschichtskritik, Literaturkritik und Theaterkritik in ironisierender Art und Weise. Die Anspielungen auf aktuelle Zeitgeschehen ergaben sich ,,rein zufällig". Die dramaturgischen vier Szenen des Stückes wurden vom tadellosen Spiel der Laienschauspieler aus der kath. Jugend sehr gut umgesetzt. Auch das gelungene Bühnenbild, die Beleuchtung (Maxi Schorer, Josef Rummel) und die Maske (Judith Schäffler & Lisa Scholz & Valentina Heiler) trugen das Ihre zu diesem interessanten und nachdenklich stimmenden Theaterabend bei. So konnte sich Diakon Gerhard Rummel, der die Gesamtleitung innehatte, beim begeisterten Publikum und bei seinen über 40 Mitwirkenden ganz herzlich bedanken und verkünden: „Das Theaterprojekt der JuKa 2011 die Lüge von Hameln ist gelungen!“

Mitwirkende
Stadtschreiber (Teresa Schäffler), Weise Frau (Magdalena Ledermann), Rattenkönig (Clara Ledermann), Ratten (Franziska Schorer, Sophia Leinsle, Stephanie Kluge), Bürgermeister (Christoph Mayer), Bürgermeisterin (Bettina Haug), Nora, deren Tochter (Magdalena Weber), Präfekt (Simon Landherr), Präfektin (Anna Hartmann), Kämmerer (Arthur Kammerlander), 1. Soldat (Florian Wexel), 2. Soldat (Dominik Sing), 3. Soldat (Sebastian Schorer), 4. Soldat (Johannes Rummel), Müller (Bianca Rehle), Müllerin (Johanna Gottstein), Müllerin II (Verena Thalmann), Bern, Sohn (Sarah Hein), Holm, Sohn (David Heiler), Weber (Lou Hein), Weberin (Anita Rehle), Maria, Tochter (Sophia Ledermann), Martha, Tochter (Lina Hein), Micha, Tochter (Annika Kähler), Martin, Sohn (Gabriel Heiler), Malte, Sohn (Kilian Schorer), Stellmacher (Michael Günther), Stellmacherin (Lea Eidloth), Krischan, Sohn (Martin Haug), Krusche, Tochter (Anja Weber), Licht & Beleuchtung (Maximilian Schorer & Josef Rummel), Sound & Lautsprecher (Benedikt Weber / Elisabeth Rummel - Lautsprecherstimme), Maske (Judith Schäffler & Lisa Scholz & Valentina Heiler), Kasse & Service (Christina Zech & Christoph Weber & Team), Souffleuse (Angela Weber), Gesamtleitung (Gerhard Rummel).

Bilder Premiere 2011